Stromtarife im Überblick
Der Strompreis in Deutschland setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen, von denen nur ein Teil über den Anbieter beeinflussbar ist. Gerade hier liegt aber das größte Sparpotenzial.
Zusammensetzung des Strompreises
Etwa 25 % entfallen auf den eigentlichen Energie-Einkauf und die Marge des Anbieters – das ist der Teil, den der Wettbewerb bestimmt. Die restlichen rund 75 % bestehen aus Netzentgelten, Konzessionsabgabe, Stromsteuer und Umsatzsteuer und sind weitgehend regulatorisch festgelegt.
Tarifarten
- Grundversorgung – der gesetzlich vorgeschriebene Standardtarif, oft 5 bis 10 Cent pro kWh teurer als marktorientierte Alternativen.
- Sondervertrag – flexible Laufzeiten, oft mit Preisgarantie und kurzer Kündigungsfrist.
- Ökostromtarife – Bezug aus erneuerbaren Quellen mit nachvollziehbarer Herkunft (Grüner-Strom-Label, OK-Power).
- Boni-Tarife – Vorteil im ersten Jahr durch Sofort- oder Neukundenbonus. Sinnvoll, aber gegebenenfalls auf Folgepreise achten.
Worauf zu achten ist
- Preisgarantie für mindestens 12 Monate
- Laufzeit nicht länger als 12 Monate
- Kündigungsfrist 4 bis 6 Wochen vor Vertragsende
- Klare Trennung von Soforterstattung und laufendem Bonus
- Anbieter mit Insolvenzsicherheit (etablierte Stadtwerke oder große Überregionale)
Sparpotenzial
Wer aus der Grundversorgung in einen Sondervertrag wechselt, spart bei einem 4-Personen-Haushalt mit etwa 4.000 kWh Jahresverbrauch typisch 200 bis 500 Euro pro Jahr. Bei längeren Wechselzyklen lohnt sich der Vergleich.
Häufige Fragen
- Wie viel kann man beim Stromtarif sparen?
Beim Wechsel aus der Grundversorgung sind 200 bis 500 Euro pro Jahr realistisch – abhängig vom Jahresverbrauch.
- Was bedeutet Grundversorgung?
Die gesetzlich vorgeschriebene Strom- oder Gasversorgung durch das im Netzgebiet zuständige Versorgungsunternehmen. Kommt automatisch zustande, wenn kein anderer Anbieter gewählt wird – und ist meist deutlich teurer als Alternativtarife.
- Sind Wechselboni serös?
Boni sind verbreitete Marketinginstrumente. Sie sind servös, wenn die Auszahlungsbedingungen klar formuliert sind und der Folgepreis nach Bonus auch noch konkurrenzfähig ist. Verbraucherzentralen warnen vor Tarifen, die im zweiten Jahr deutlich teurer werden.